Glossar
Fachbegriffe aus Gebäudetechnik, Lüftung, Klima, Brandschutz und Innenausbau, kurz erklärt.
A
Asbest
Früher verbreiteter Baustoff aus Mineralfasern, in Deutschland seit 1993 verboten. Eingeatmete Fasern können Krebs auslösen, daher gelten beim Entfernen strenge Schutzregeln.
B
BAFA
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Behörde zahlt unter anderem Zuschüsse für Energieberatung und einzelne Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden aus.
Bauordnung für Berlin (BauO Bln)
Das Berliner Landesgesetz zum Bauen. Es legt fest, was in Berlin gilt, etwa beim Brandschutz, bei Abstandsflächen und bei der Baugenehmigung.
BIM
Building Information Modeling. Geplant wird an einem digitalen 3D-Modell des Gebäudes, in dem alle Gewerke ihre Daten zusammenführen. So fallen Konflikte früh auf.
Blower-Door-Test
Dichtheitsprüfung, bei der ein Ventilator in der Tür Über- oder Unterdruck erzeugt. Aus der nachströmenden Luftmenge lässt sich ablesen, wie dicht ein Gebäude ist.
BMS
Building Management System, auf Deutsch Gebäudeleittechnik. Software, die Heizung, Lüftung, Klima und Licht eines Gebäudes zentral überwacht und steuert.
Brandabschnitt
Bereich eines Gebäudes, der durch feuerbeständige Wände und Decken abgetrennt ist. Ein Brand soll sich nicht über ihn hinaus ausbreiten.
Brandschutzklappe
Klappe im Lüftungskanal, die im Brandfall automatisch schließt. Sie verhindert, dass Feuer und Rauch über die Lüftung in andere Gebäudeteile gelangen.
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Förderprogramm des Bundes für energetische Sanierungen und effiziente Neubauten, mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten über KfW und BAFA.
D
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
EU-Verordnung zum Datenschutz. Sie regelt, wie personenbezogene Daten erhoben und gespeichert werden dürfen, etwa die Aufnahmen einer Videoüberwachung.
DGUV
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Ihre Vorschriften und Regeln legen fest, wie Arbeitsplätze und Anlagen sicher gestaltet und betrieben werden.
DIBt
Deutsches Institut für Bautechnik. Es erteilt Zulassungen für Bauprodukte und Bauarten, für die es keine passende Norm gibt.
Dichtheitsklasse
Gibt an, wie viel Luft aus einem Lüftungskanalsystem entweichen darf. Die Klassen reichen von A bis D, D ist am dichtesten.
DIN 18017-3
Norm für die Lüftung von Bädern und Toiletten ohne Fenster, in denen ein Ventilator die feuchte Luft absaugt.
DIN 18040-1
Norm für barrierefreies Bauen in öffentlich zugänglichen Gebäuden, etwa zu Türbreiten, Bewegungsflächen und stufenlosen Zugängen.
DIN 18232
Normenreihe zur Rauch- und Wärmefreihaltung. Sie regelt, wie Rauchabzugsanlagen in Gebäuden geplant und bemessen werden.
DIN 18340
Teil der VOB, der regelt, wie Trockenbauarbeiten fachgerecht ausgeführt werden.
DIN 18352
Teil der VOB, der regelt, wie Fliesen- und Plattenarbeiten fachgerecht ausgeführt werden.
DIN 18356
Teil der VOB, der regelt, wie Parkett- und Holzpflasterarbeiten fachgerecht ausgeführt werden.
DIN 18363
Teil der VOB, der regelt, wie Maler- und Lackierarbeiten fachgerecht ausgeführt werden.
DIN 1946-6
Norm für die Lüftung von Wohnungen. Sie verlangt bei Neubau und größeren Sanierungen ein Lüftungskonzept, das genug Luftaustausch gegen Feuchte und Schimmel sicherstellt.
DIN 1988
Normenreihe für Trinkwasserinstallationen in Gebäuden. Sie soll sicherstellen, dass das Wasser bis zum Hahn hygienisch einwandfrei bleibt.
DIN 4102
Ältere deutsche Normenreihe zum Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen, etwa A für nicht brennbar und B für brennbar. Sie wird nach und nach von DIN EN 13501 abgelöst.
DIN 4109
Norm für den Schallschutz im Hochbau. Sie legt fest, wie gut Wände, Decken und Anlagen Lärm zwischen Räumen und Wohnungen mindestens dämmen müssen.
DIN 4140
Norm für Dämmarbeiten an technischen Anlagen in Industrie und Gebäudetechnik, etwa an Rohrleitungen, Kanälen und Behältern.
DIN EN 12101
Europäische Normenreihe für Rauch- und Wärmefreihaltung. Sie regelt Bauteile wie Rauchabzugsgeräte, Entrauchungsventilatoren und Rauchschürzen.
DIN EN 12464-1
Norm für die Beleuchtung von Arbeitsplätzen in Innenräumen. Sie legt etwa fest, wie hell es an einem Büroarbeitsplatz sein muss.
DIN EN 12599
Norm für die Prüfung und Messung von Lüftungs- und Klimaanlagen bei der Übergabe an den Betreiber.
DIN EN 12828
Norm für die Planung von Warmwasser-Heizungsanlagen in Gebäuden, etwa zu Sicherheitstechnik und Auslegung.
DIN EN 13053
Norm für zentrale Lüftungsgeräte. Sie legt fest, wie Leistung, Effizienz und Bauteile dieser Geräte bewertet werden.
DIN EN 13501
Europäische Normenreihe, die Bauprodukte nach ihrem Verhalten im Brandfall einstuft. Teil 1 reicht von A1 (nicht brennbar) bis F, weitere Teile bewerten den Feuerwiderstand.
DIN EN 1366
Prüfnormen für den Feuerwiderstand von Installationen. Teil 1 gilt für Lüftungsleitungen, Teil 2 für Brandschutzklappen.
DIN EN 14511
Norm, nach der die Leistung von Klimaanlagen und Wärmepumpen unter festgelegten Bedingungen gemessen wird.
DIN EN 16798
Europäische Normenreihe zur Energieeffizienz von Gebäuden. Sie legt unter anderem fest, welche Raumluftqualität, Temperatur und Luftmengen in Räumen angemessen sind.
DIN EN 308
Prüfnorm für Wärmetauscher in Lüftungsanlagen. Nach ihr wird gemessen, wie viel Wärme ein Gerät aus der Abluft zurückgewinnt.
DIN EN 50131
Europäische Normenreihe für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen. Sie teilt Anlagen je nach Risiko des Objekts in vier Sicherheitsgrade ein.
DIN EN 520
Europäische Norm für Gipsplatten. Sie legt Typen und Eigenschaften fest, etwa für Platten mit erhöhtem Brandschutz oder für Feuchträume.
DIN EN 60839
Normenreihe für Alarmanlagen und elektronische Sicherheitssysteme, etwa für die Zutrittskontrolle.
DIN EN ISO 12241
Norm mit Rechenregeln für die Wärmedämmung von Rohrleitungen und technischen Anlagen.
DIN EN ISO 7730
Norm zur thermischen Behaglichkeit. Sie beschreibt, bei welcher Temperatur, Luftfeuchte und Luftbewegung sich Menschen in Räumen wohlfühlen.
DIN EN ISO 9241
Normenreihe zur Ergonomie: wie Arbeitsplätze, Bildschirme und Software gestaltet sein sollen, damit Menschen gut und gesund damit arbeiten.
E
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Regelte bis Oktober 2020 den Energiebedarf von Gebäuden. Seit November 2020 gilt an ihrer Stelle das Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Entrauchungsklappe
Klappe, die im Brandfall öffnet, damit Rauch gezielt über Kanäle abgesaugt werden kann. Sie arbeitet also umgekehrt wie eine Brandschutzklappe.
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Regelt den Ausbau erneuerbarer Energien und unter anderem die Vergütung für Solarstrom, der ins Netz eingespeist wird.
F
F-Gase-Verordnung
EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase. Sie begrenzt Kältemittel mit hoher Klimawirkung schrittweise und schreibt für viele Anlagen regelmäßige Dichtheitsprüfungen vor.
Farbtemperatur
Gibt in Kelvin an, wie warm oder kalt Licht wirkt. Unter 3.300 Kelvin wirkt es gelblich warm, über 5.300 Kelvin bläulich kühl.
Feuerwiderstand
Zeit, die ein Bauteil einem Feuer standhält, angegeben in Minuten, etwa EI 90 für 90 Minuten.
G
Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Bundesgesetz mit Mindestanforderungen an Dämmung, Heizung und Lüftung von Gebäuden. Es gilt seit November 2020 und hat die Energieeinsparverordnung abgelöst.
Gipskartonplatte
Bauplatte aus Gips mit Kartonhülle. Grundmaterial im Trockenbau für Wände, Decken und Verkleidungen.
Grundierung
Erste Schicht auf dem Untergrund. Sie sorgt dafür, dass die Farbe gut haftet und gleichmäßig deckt.
H
Heizlast
Wärmemenge, die eine Heizung an den kältesten Tagen liefern muss, um einen Raum warm zu halten. Sie ist die Grundlage für die Größe der Anlage.
I
Industriebaurichtlinie (IndBauRL)
Regelt den Brandschutz in Industriegebäuden, etwa wie groß Brandabschnitte sein dürfen und wie Rauch abgeführt wird.
Inverter
Steuerung, die den Verdichter einer Klimaanlage stufenlos regelt, statt ihn nur ein- und auszuschalten. Das spart Strom und hält die Temperatur gleichmäßiger.
K
Kältemittel
Stoff, der in Klimaanlagen und Wärmepumpen Wärme transportiert. Er verdampft, nimmt dabei Wärme auf und gibt sie beim Verflüssigen an anderer Stelle wieder ab.
Kelvin
Maßeinheit für Temperatur. Ein Unterschied von einem Kelvin entspricht einem Unterschied von einem Grad Celsius.
KfW
Förderbank des Bundes. Sie vergibt zinsgünstige Kredite und Zuschüsse, etwa für energieeffiziente Neubauten, Sanierungen und den Heizungstausch.
Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
Bundesgesetz, das regelt, wie Abfälle vermieden, wiederverwertet und entsorgt werden. Beim Rückbau gilt es zum Beispiel für die Trennung von Bauschutt.
L
Luftwechselrate
Gibt an, wie oft die gesamte Luft eines Raums pro Stunde gegen frische Luft ausgetauscht wird.
Lux
Maßeinheit für die Helligkeit, die auf einer Fläche ankommt. Ein Büroarbeitsplatz braucht etwa 500 Lux.
M
Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR)
Regelt den Brandschutz bei Leitungen und Kanälen, damit Feuer und Rauch nicht über Durchbrüche in Wänden und Decken weiterziehen.
Musterbauordnung (MBO)
Vorlage der Bauministerkonferenz, nach der die Bundesländer ihre Bauordnungen ausrichten. Sie regelt unter anderem Brandschutz, Rettungswege und Standsicherheit.
N
Notbeleuchtung
Beleuchtung mit eigener Stromversorgung, die bei Stromausfall anspringt und Fluchtwege und Ausgänge sichtbar hält.
NRA
Natürliche Rauchabzugsanlage. Der Rauch zieht ohne Ventilator durch Öffnungen im Dach oder in der Fassade ab, getrieben allein vom Auftrieb der heißen Gase.
P
Passivhaus
Gebäudestandard mit so guter Dämmung, dichter Hülle und Wärmerückgewinnung, dass kaum geheizt werden muss. Der Heizwärmebedarf liegt bei höchstens 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Plattenwärmetauscher
Wärmetauscher aus dünnen Platten. Abluft und Frischluft strömen in getrennten Kanälen aneinander vorbei, die Wärme geht durch die Platten über.
R
R410A
Kältemittel, das lange Standard in Klimaanlagen war. Wegen seiner hohen Klimawirkung wird es durch die F-Gase-Verordnung schrittweise vom Markt genommen.
Rauchschürze
Herabhängende Barriere aus feuerfestem Gewebe, Glas oder Stahl. Sie hält den Rauch unter der Decke in einem Bereich und erleichtert so den Abzug.
Regenerative Wärmerückgewinnung
Ein Speicher, etwa ein drehendes Rad, nimmt abwechselnd Wärme aus der Abluft auf und gibt sie an die Frischluft ab.
Rekuperative Wärmerückgewinnung
Die Wärme geht über eine feste Trennwand von der Abluft auf die Frischluft über. Die beiden Luftströme bleiben dabei getrennt.
Rotationswärmetauscher
Langsam drehendes Speicherrad, das Wärme und Feuchte aus der Abluft aufnimmt und an die Frischluft abgibt.
Rutschhemmung (DIN 51130)
Einstufung von Bodenbelägen in die Gruppen R9 bis R13. Je höher die Zahl, desto rutschfester der Boden, etwa für nasse oder fettige Arbeitsbereiche.
RWA
Rauch- und Wärmeabzugsanlage. Sie öffnet im Brandfall Klappen oder Fenster, damit Rauch und Hitze abziehen und Fluchtwege länger frei bleiben.
S
Schmelzlot
Kleines Metallteil, das bei einer festgelegten Temperatur schmilzt, meist um 70 Grad. Dann schließt die Brandschutzklappe von selbst, auch ohne Strom.
Sprinkleranlage
Löschanlage mit Düsen an der Decke. Wird es an einer Düse zu heiß, öffnet sie und versprüht Wasser genau dort, wo es brennt.
T
TGA
Technische Gebäudeausrüstung. Sammelbegriff für alle technischen Anlagen eines Gebäudes, von Heizung, Lüftung und Klima über Sanitär bis Elektro und Sicherheitstechnik.
TRGS
Technische Regeln für Gefahrstoffe. Sie legen fest, wie mit gefährlichen Stoffen sicher gearbeitet wird. Die TRGS 519 gilt für Arbeiten mit Asbest.
Trittschalldämmung
Dämmschicht unter dem Boden, die Schritte und Stöße abfängt, damit sie in den Räumen darunter nicht zu hören sind.
TRNSYS
Simulationsprogramm, das Energieverbrauch und Raumklima eines Gebäudes über ein ganzes Jahr durchrechnet, bevor gebaut wird.
V
VDE
Verband der Elektrotechnik. Seine Normen regeln, wie elektrische Anlagen sicher geplant, gebaut und geprüft werden.
VDI 2071
Richtlinie zur Wärmerückgewinnung in Lüftungs- und Klimaanlagen. Sie beschreibt die Verfahren und wie sich ihre Wirtschaftlichkeit berechnen lässt.
VDI 2078
Richtlinie zur Berechnung der Kühllast. Sie bestimmt, wie viel Wärme eine Klimaanlage aus einem Raum abführen muss, und damit, wie groß die Anlage sein muss.
VDI 6022
Richtlinie für die Hygiene in Lüftungs- und Klimaanlagen. Sie schreibt regelmäßige Hygieneinspektionen vor, damit Anlagen keine Keime in die Raumluft tragen.
VOC-Richtlinie
EU-Vorgabe, die den Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen in Farben und Lacken begrenzt. Das sind Lösemittel, die in die Raumluft ausdünsten.
VRF und VRV
Variable Refrigerant Flow: Ein Außengerät versorgt viele Innengeräte und passt die Kältemittelmenge laufend an den Bedarf jedes Raums an. VRV ist der Markenname von Daikin für dasselbe Prinzip.
W
Wärmetauscher
Bauteil, das Wärme von einem Luft- oder Wasserstrom auf einen anderen überträgt, ohne dass sich die beiden vermischen.
Wirkungsgrad
Anteil der eingesetzten Energie, der als Nutzen ankommt. Bei der Wärmerückgewinnung: wie viel Wärme aus der Abluft tatsächlich an die Frischluft übergeht.
WRG
Wärmerückgewinnung. Die warme Abluft gibt ihre Wärme an die kalte Frischluft ab, bevor sie das Gebäude verlässt. So geht beim Lüften kaum Heizenergie verloren.
